Heilwirkung für viele Beschwerden –  Kamille

Die echte Kamille ist ein tolles Mittel mit vielseitiger Heilwirkung. Ob Magenbeschwerden, Zahnfleischentzündungen oder Halsweh – die Heilpflanze ist in vielen Bereichen hilfreich. In diesem Artikel wollen wir euch einen Überblick geben über Inhaltsstoffe, Anwendung und Verarbeitung der Kamille.

Inhaltsstoffe der Kamille

Die Blüten der Kamille sind reich an ätherischen Ölen. Diese sorgen für eine entzündungshemmende Wirkung und fördern die Wundheilung.

Außerdem enthält die Heilpflanze Flavonoide. Diese gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe und schützen die Pflanze vor schädlichen Umwelteinflüssen. Die Flavonoide sind für die krampflösende Wirkung der Kamille verantwortlich. Flavonoide schützen unsere Blutgefäße und haben einen positiven Einfluss auf den Stoffwechsel.

Außerdem hat die Heilpflanze Cumarine. Auch diese gehören zur Gruppe der sekundären Pflanzenstoffe. Sie wirken entzündungshemmend.

Die Schleimstoffe der Pflanze geben der Kamille ihre Heilwirkung bei Erkältungen und Magen- Darm Infekten. Schleimstoffe bilden einen Schutzfilm auf unseren Schleimhäuten. Dadurch mildern sie Entzündungen und verhindern das Eindringen von reizenden Stoffen. Sie können außerdem dabei helfen, Bakterien aus dem Körper zu transportieren.

Heilwirkung der Kamille bei verschiedenen Beschwerden

Ihr könnt Kamille innerlich und äußerlich anwenden. Innerlich als Tee angewendet ist Kamille vor allem bekannt für seine Linderung bei Magenbeschwerden. Bei akuten Beschwerden wirkt Kamillentee beruhigend auf den Magen. Auch bei chronischen Magenbeschwerden kann die Kamille helfen. Wie immer möchten wir an dieser Stelle dazu raten, bei unbekannten Beschwerden zuerst einen Arzt oder Heilpraktiker um Rat zu fragen.

Bei Entzündungen der Magenschleimhaut ist es hilfreich, 3 Mal täglich eine Tasse Kamillentee zu trinken. Der Tee sollte ungesüßt sein. Die wichtigen Bitterstoffe könnten sonst ihre Heilwirkung verlieren. Am besten trinkt ihr den Tee auf leeren Magen.

Bei Magenbeschwerden könnt ihr außerdem einen Tee aufbrühen, der zu gleichen Teilen aus Kamille und Pfefferminze besteht. Wenn die Magenbeschwerden eher psychisch bedingt sind, kann ein Tee aus Kamille und Melisse Linderung verschaffen. Auch hier mischt ihr den Tee zu gleichen Teilen. Vor einer Prüfung oder in stressigen Zeiten kann die Heilwirkung für Entspannung sorgen.

Heilwirkung der Kamille bei äußerlicher Anwendung

Äußerlich wirkt die Kamille gut zur Unterstützung der Wundheilung. Dazu könnt ihr z.B. ein Kamillenbad machen. Für das Bad kocht ihr einfach 50 Gramm Kamillenblüten auf. Diese lässt du 10 Minuten ziehen. Dann gebt ihr den Sud ins Badewasser. Das Bad hilft nicht nur bei der Wundheilung. Auch bei Menstruationsbeschwerden und Erkältungen trägt ein Kamillenbad zur Entspannung bei. Die beste Temperatur für das Kamillenbad sind 38-39 °C.

Feuchte Umschläge könnt ihr zum Beispiel bei Schürfwunden anwenden. Dafür nehmt ihr einen Esslöffel Kamillenblüten. Diesen übergießt ihr mit ca. 100ml Wasser. Das Ganze lasst ihr zugedeckt ca. 10 Minuten ziehen. Dann abseien und abkühlen lassen. Dann nehmt ihr ein sauberes Tuch und taucht es in den Kamillenauszug ein. Das Tuch wird ausgewrungen und auf die betroffene Stelle gelegt. Ein trockenes Handtuch wickelt ihr dann über das Tuch. Ein bis zweimal täglich 20 Minuten einwirken lassen. Die Umschläge können auch bei Akne und Neurodermitis Linderung verschaffen. Wenn ihr unsicher seid, ob die Wickel für euch geeignet sind, fragt am besten euren Arzt oder Heilpraktiker.

Bei Wunden im Mund- und Rachenraum sind Spülungen mit Kamille ein tolles Mittel, um die Wundheilung zu unterstützen. Auch bei Halsschmerzen kann Gurgeln mit Kamillentee dabei helfen, die Beschwerden zu lindern.

Bei Schnupfen und Nasennebenhöhlenentzündungen könnt ihr ein Dampfbad mit Kamille machen. Dazu kocht ihr ca. einen Liter Wasser und gebt zwei Esslöffel getrocknete Kamillenblüten hinzu. Das Ganze gebt ihr in eine große Schüssel und inhaliert den aufsteigenden Dampf. Am besten deckt ihr euren Kopf mit einem Handtuch ab. Dann kann kein Dampf nach außen entweichen. 8-10 Minuten solltet ihr dann in bequemer Haltung den Dampf inhalieren. Anja hat bei Erkältungen oft die Nasennebenhöhlen zu. Sie macht dann einfach täglich mehrmals ein Dampfbad mit Kamille. Damit geht es ihr meist schnell besser.


Wo bekomme ich Kamille in guter Qualität?

Wichtig für die Heilwirkung ist, dass ihr die Kamille aus eigener Ernte oder in Bio Qualität verwendet. Online bekommt ihr zum Beispiel getrockneten Kamillenblütentee. Bei Natur.com habt ihr verschiedene Bio Sorten zur Auswahl. So könnt ihr sicher sein, dass sie nicht mit Schadstoffen belastet ist. Wir wollen unserem Körper ja damit etwas Gutes tun. Auch die Kamille aus der Apotheke hat in der Regel eine gute Qualität.

Innerlich sollte Kamille nicht dauerhaft angewendet werden. Die Heilwirkung lässt sonst nach. Am besten, ihr verwendet die Kamille kurweise bei Bedarf. Ihr könnt sie auch nach Abklingen der Beschwerden für einige Tage weiterverwenden. Es ist aber sinnvoll zwischen mehrwöchigen Kuren immer wieder einige Wochen Pause zu machen.

Im Augenbereich solltet ihr die Kamille nicht anwenden. Die Inhaltsstoffe können die Augen reizen. Sehr selten können bei der Kamille allergische Reaktionen auftreten. Das gilt natürlich besonders, wenn eine Allergie gegen Korbblütler bekannt ist. Dann solltet ihr die Kamille nicht verwenden.

Wo wächst die Kamille?

Die Kamille ist eine eher anspruchslose Pflanze. In der Natur könnt ihr sie in fast ganz Europa finden. Sie wächst auf Äckern, Brachland, am Wegrändern und Böschungen und in Getreidefeldern. Die Kamille bevorzugt sonnige und warme Standorte.

Die Kamille hat eine eher kurze Wurzel. Aus dieser wachsen Stängel von 20 bis 50 cm Länge.

Die Kamille könnt ihr an ihrem typischen Duft erkennen. Die Stängel der Pflanze sind kahl und aufrecht. Die Blüten der echten Kamille bilden weiße Kränze. Der gelbe Blütenstand wölbt sich vor und ist innen hohl.

Hier könnt ihr noch mehr über unsere heimischen Wildpflanzen lesen.

Wie sollte ich Kamille ernten und verarbeiten für eine optimale Heilwirkung?

Für die Qualität und Wirkung der Kamille ist der Zeitpunkt des Sammelns und Trocknens sehr wichtig. Die Blütezeit ist von Mai bis August. Im Juni und Juli ist aber der Gehalt der wertvollen ätherischen Ölen am höchsten. Für eine gute Heilwirkung ist das also die beste Zeit, um die Blüten zu sammeln.  Am besten erkennt ihr den richtigen Erntezeitpunkt bei wild blühender Kamille daran, dass der größte Teil der Pflanzen die Blüten bereits geöffnet hat und nur einige noch geschlossen sind.

Beim Sammeln ist natürlich wichtig, dass ihr Standorte auswählt, von denen ihr sicher seid, dass dort keine Pestizide verwendet werden. Auch vielbefahrene Straßen eignen sich natürlich nicht zum Sammeln.

Am besten erntet ihr die Blüten an einem trockenen Tag. Idealerweise hat es schon einige Tage zuvor auch nicht geregnet. Die erblühten Blütenköpfe schneidet ihr dann am Stielansatz ab. Sie sind sehr empfindlich. Deshalb solltet ihr vorsichtig sein. Waschen ist aufgrund der Empfindlichkeit auch nicht zu empfehlen. Um die wertvollen Inhaltsstoffe zu erhalten, solltet ihr die Kamille direkt am Tag der Ernte zum Trocknen auslegen.

Die Blütenköpfchen könnt ihr an einem luftigen, warmen Ort ohne direkte Sonneneinstrahlung trocknen. Dafür könnt ihr sie zum Beispiel auf Küchenpapier oder auf einem sauberen Handtuch ausbreiten. Sonnenstrahlung schadet den flüchtigen ätherischen Ölen. Wenn die Kamille getrocknet ist, bewahrt ihr sie am besten gut verschlossen in einem Glasgefäß auf. Ihr solltet sie an einem dunklen, trockenen Ort lagern. So bleibt die Heilwirkung für ungefähr ein Jahr erhalten.

Wie pflanzt man Kamille an?

Die Kamille ist relativ pflegeleicht. Um immer etwas Kamille zur Hand zu haben, wenn ihr ihre Heilwirkung braucht, könnt ihr sie also einfach im Garten anbauen. In unserer Kategorie „Garten“ findet ihr noch weitere Tipps.

Heilwirkung Kräuter
Wir wollen im Frühling Kamille in unsere Kräuterspirale pflanzen – sie kommt wohl nach unten links. Da wird sie nicht überwuchert und bekommt genügend Sonne

Am besten wählt ihr für die Kamille einen hellen Standort. Sie verträgt Sonneneinstrahlung gut. Die echte Kamille benötigt einen nährstoff- und humusreichen Boden. Sandige oder lehmige Böden sind besonders gut geeignet. Vor dem Säen solltet ihr den Boden mit Kompost vorbereiten.

Im Freien solltet ihr die Kamille nicht vor Anfang Mai aussähen. Sie ist sehr frostempfindlich. Ihr könnt die Kamille direkt im Freien aussähen oder ab März im Haus vorziehen.

Wenn ihr sie im Haus vorzieht, könnt ihr sie im Mai nach draußen pflanzen. Die Kamille ist ein Lichtkeimer. Deshalb dürft ihr die die Samen nicht mit Erde bedecken. Wenn die Kamille geblüht hat, säht sie sich an ihrem Standort selbst wieder aus. So habt ihr immer wieder frische Kamillenpflanzen. Die Kamille ist eine einjährige Pflanze.

Ihr solltet immer darauf achten, dass die Kamille ausreichend bewässert wird. Staunässe ist jedoch zu vermeiden.

Kamille verwechseln – Doppelgänger ohne Heilwirkung

Wie bei allem, was ihr in der Natur sammelt, ist es natürlich wichtig, dass ihr nur die Pflanzen verwendet, die ihr zweifelsfrei bestimmen könnt. Im Zweifel schaut lieber einmal mehr ins Bestimmungsbuch. Es gibt viele Kamillenarten und andere Pflanzen, die der Kamille ähnlich sehen. Diese sind zwar nicht stark giftig, jedoch haben sie auch keine Heilwirkung. Die Hundskamille sieht der echten Kamille sehr ähnlich. Sie wird als leicht giftig eingestuft. Die Verwendung kann z.B. zu einem Anschwellen der Schleimhäute führen. Im Gegensatz zur echten Kamille fehlt bei der Hundskamille der typische Duft.

Wenn ihr die Blütenböden der Kamille von oben nach unten durchschneidet, erkennt ihr bei der echten Kamille, dass diese innen hohl sind. Die Blütenböden der Hundskamille sind eher flach und gefüllt.

Wir sind keine Ärzte oder Heilpraktiker. Bei unklaren Beschwerden raten wir dazu, professionellen Rat einholen. Auch bei Vorerkrankungen oder in der Schwangerschaft, raten wir dazu, dass ihr euch vor der Verwendung genau informiert.

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