Löwenzahn – Heilpflanze mit vielen Nährstoffen
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Wo diese herrliche Pflanze wächst, da braucht man keinen Ginseng einführen!

George Oshawa, Mitbegründer der Makrobiotik über den Löwenzahn

Ähnlich wie der Ginseng wirkt Löwenzahn als Aufbau-Tonikum, das in der Volksheilkunde bei sämtlichen Schwächezuständen eingesetzt wird. Schon im Mittelalter wurde die Heilpflanze mit vielen Nährstoffen in Kräuterbüchern als Schönheitsmittel gepriesen. Auch die blutreinigende und harntreibende Wirkung des Löwenzahn war in dieser Zeit weitläufig bekannt.

Greta und der Löwenzahn

Auf die heilende Wirkung von Löwenzahn, der völlig zu Unrecht oft als Unkraut bezeichnet wird, sind wir durch unseren Hund Greta aufmerksam geworden. Sie hat schon fast manisch in großen Mengen Blüten, Knospen, Stiele und Wurzeln dieser Wildpflanzen gefressen. Kein Spaziergang verging ohne, dass sie die Wiesen nach Löwenzahn abgraste.

Das konnte bei Wiesen, die gelb waren von Löwenzahnblüten manchmal eine ganze Weile dauern. Wir haben uns dabei immer gedacht, dass ein Hund schon weiß, was gut für ihn ist, also haben wir sie fressen lassen. Irgendwann stellte sich heraus, dass Gretas Bauchspeicheldrüse nicht richtig arbeitet. Sie wusste wohl wirklich instinktiv, was sie tut. Mit seinen vielen Nährstoffen entlastet der Löwenzahn unter anderem die Bauchspeicheldrüse. Löwenzahn wirkt entgiftend und blutreinigend. (Wenn euch das Thema von eurem Hund bekannt vorkommt und ihr mehr darüber erfahren wollt, empfehlen wir euch unsere Seite zur Pankreasinsuffizienz beim Hund.)

Greta sucht nach Löwenzahn für gute gesunde Nährstoffe und als Heilpflanze
Greta auf Löwenzahnsuche

Löwenzahn als Heilpflanze mit vielen Nährstoffen

Auch sonst ist er ein ziemliches Wunderkraut und das nicht nur für Greta. Löwenzahn kann auch für uns Menschen als Lebensmittel einen wertvollen Beitrag zu einer ausgewogenen und gesunden Ernährung leisten.

Eine gute Einführung in die Welt der Wildkräuter bieten diese Bücher:

Die wichtigsten essbaren Wildpflanzen

Der Löwenzahn ist wie die meisten Wildkräuter voll mit lebensnotwendigen Nährstoffen. Er enthält allen voran viele wichtige Vitamine, darunter Vitamin A, Vitamin C, Vitamin E und Vitamin B1. Außerdem sind die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Eisen enthalten sowie sekundäre Pflanzenstoffe, Omega-3-Fettsäuren und Proteine.

Dadurch hilft Löwenzahn bei Magenbeschwerden. Er wirkt blutzuckerregulierend und unterstützt den Körper bei der Entgiftung. Außerdem hat er eine stark antioxidative Wirkung. Die Heilpflanze mit vielen Nährstoffen kann also helfen, unsere Zellen zu schützen und dadurch Krankheiten vorbeugen.

Löwenzahn schmeckt herb-würzig, die Blätter haben je nach Alter einen bitteren Geschmack. Aufgrund dieser Bitterstoffe wird er zur Entgiftung des Körpers und vor allem der Leber genutzt. Man kann die Heilpflanze hervorragend für Fastenkuren verwenden, da Löwenzahn das Lösen von Giftstoffen aus dem Gewebe fördert. So hilft er der Leber Schlacken abzubauen und aus dem Körper zu befördern.

Da er antibakteriell und entzündungshemmend wirkt, kann man Löwenzahnsaft auch äußerlich zur Behandlung von Wunden und Insektenstichen verwenden. Hierzu einfach den Pflanzensaft aus dem Stängel oder aus der Wurzel auf die betroffene Stelle auftragen. Dadurch kann die Wunde schneller heilen und der durch den Stich verursachte Juckreiz wird gelindert.

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Weitere gesunde Nährstoffbomben aus der Natur:

Die Brennnessel – viel mehr, als ein “Unkraut”

Eine verblühter Löwenzahn auf einer Wiese
Ein verblühter Löwenzahn- bei Kindern als Pusteblume bekannt

Vorkommen des Löwenzahns

Löwenzahn wächst auf der Nordhalbkugel fast überall. Man erkennt ihn an der charakteristischen gelben Blüten und den stark gezackten Blättern, die bis zu 30 cm lang werden können. In allen Teilen der Pflanze findet man einen milchigen Saft. Der Löwenzahn hat eine dicke, robuste Wurzel. Diese kann bis zu zwei Meter lang werden.

Er kann je nach Standort 10 bis 50 cm groß werden. Die Wildpflanze hat fast ganzjährig Saison. Im Frühling, wenn die Blätter sprießen, wird das Sammeln aber etwas einfacher. Während man Löwenzahnwurzeln und Blätter fast ganzjährig ernten kann, könnt ihr die ersten Stiele und Blüten meist ab April entdecken. Die Blütezeit reicht bis in den Juni.

Wenn der Löwenzahn blüht, ist die meiste Kraft der Pflanze in den Blüten. Danach zieht der Löwenzahn seine Nährstoffe in die Wurzel. Um noch besser von dieser Heilpflanze zu profitieren, solltet ihr zur jeweiligen Jahreszeit die passenden Teile verwenden.

Man findet Löwenzahn häufig auf Brachflächen, aber auch auf Wiesen, an Wegrändern, Äckern, lichten Wäldern und in Gärten. Sogar in Steinfugen und Asphaltrissen kommt die widerstandsfähige Pflanze zum Vorschein. Vom Flachland bis ins Gebirge ist diese Heilpflanze anzutreffen. Um möglichst unbelasteten Löwenzahn zu verwenden, solltet ihr ungedüngte, naturnahe Standorte aufsuchen:

den eigenen Garten, Ränder von lichten Waldwegen oder naturnah bewirtschaftete Wiesen. Je höher der Nährstoffgehalt des Bodens ist, umso üppiger ist die Löwenzahnwiese und umso mehr Nährstoffe finden sich auch in der Pflanze. Weiteres zum Sammeln von Wildkräutern im Allgemeinen findet ihr hier.


Wenn mal die Zeit fehlt oder im Winter nichts mehr wächst, können wir übrigens getrockneten Löwenzahnblätter und diesen Löwenzahnsaft empfehlen. Er ist aus 100% Presssaft aus Wurzel und Kraut des Löwenzahns. Der Saft eignet sich z.B. für eine Entgiftungskur.

Verwendung des Löwenzahns

Ihr könnt alle Teile des Löwenzahns verwenden, von den Blüten über die Blätter bis zur Wurzel. Am besten sind die Blätter und Blüten gleich als Rohkost zu verwenden um so die wertvollen Nährstoffe zu erhalten. Die frischen Blätter können zum Beispiel als Rohkostsalat gegessen werden (hier findet ihr eine gesunde Rezeptidee).

Wildkräuter Salat mit Löwenzahl - sehr gesund, nährstoffreich und vegan
Wildkräutersalat mit Löwenzahn

Aus den Blüten könnt ihr Löwenzahnhonig herstellen, eine vegane Alternative zu Bienenhonig (hier ist das Rezept). Außerdem eignen sich die Blüten für einen leckeren Löwenzahnblüten-Smoothie. (hier findet ihr das Rezept).

Die Löwenzahnwurzel eignet sich zur Herstellung von einem gesunden Tee, der bei vielen Beschwerden helfen kann. Man sagt der Löwenzahnwurzel nach, dass sie Wunder wirken kann bei Magen-, Darm-, oder Blasenbeschwerden. Eine Kur mit Löwenzahntee kann, gerade nach einer Infektion, helfen, Giftstoffe aus dem Körper zu spülen und die Verdauung anzuregen (hier geht’s zum gesunden Rezept für Löwenzahntee). Falls ihr nicht selbst danach graben wollt oder eurer Vorrat zur Neige geht können wir euch den bio Löwenzahn-Wurzel-Tee vom Achterhof empfehlen.

Blätter und Wurzel des Löwenzahns könnt ihr außerdem zu einem gesunden und veganen Smoothie verarbeiten (hier gibt es ein leckeres Smoothie Rezept).

Um auch im Winter von den gesunden Inhaltsstoffen des Löwenzahns zu profitieren, sammeln wir im Herbst die Wurzeln der Heilpflanze. Am besten sammelt man Wurzeln vor und nach der Blüte. Vor und nach dem Überwintern konzentrieren sich die Pflanzenkräfte in der Wurzel. Wir lockern die Erde um den Löwenzahn herum etwas auf und graben dann die ganze Pflanze mit Wurzel aus.

Bärlauch als Pesto selber und haltbar machen:

Bärlauch – leckeres Pesto ganz schnell selber machen

Das Frühjahr bringt die Wildkräuter wieder auf den Speiseplan:

Wildkräuter im April

Einen Teil verwenden wir frisch als Gemüse. Dafür spülen wir die Erde vorsichtig mit lauwarmem Wasser ab und schneiden die Löwenzahnwurzel in Scheiben. Diese dünsten wir an und servieren sie mit verschiedenen Gemüsesorten.

Für den Winter trocknen wir die Wurzeln. Dafür säubern wir diese und schneiden sie dann längs durch. Die Wurzelhälften hängen wir anschließend an einem trockenen, lichtgeschützten Ort auf. Kleinere Wurzeln trocknen wir einfach auf einem Stück Küchenpapier. So können wir den Winter über leckeren Tee zubereiten. Ihr solltet aber unbedingt darrauf achten, dass sie richtig trocken sind. So könnt ihr vermeiden, dass die Wurzeln anfangen zu schimmeln. Falls sie doch mal den Winter nicht reichen, greifen wir wie schon erwähnt auf gute bio Qualität zurück wie z.B. diese Löwenzahnwurzeln vom Achterhof.

Außerdem können wir den Auszug der Löwenzahnwurzel unter Gretas Hundefutter mischen. So sparen wir uns den teueren Löwenzahnsaft, den sie im Winter immer bekommen hat.

Hund frisst eine Löwenzahnblüte - weiß instinktiv dass es heilsam und gesund ist
Wenn wir nicht aufpassen, macht sich Greta über unsere Salatzutaten her.

Gesunde Rezepte mit Löwenzahn

Rezept für Löwenzahnsalat

Aus den jungen Löwenzahnblättern kann man einen einfachen Salat herstellen. Nach der Blüte werden die Blätter immer bitterer. Wenn euch die rohen Blätter zu bitter sind, könnt ihr sie vor der Verwendung zehn Minuten in kaltes Wasser legen, um die Bitterstoffe auszuwaschen.

Gesünder für Leber und Verdauung ist es aber die Bitterstoffe beizubehalten. Ihr könnt z.B. durch Orangen oder ein Honig-Dressing den bitteren Geschmack etwas abschwächen.

Für unseren Löwenzahnsalat brauchen wir:

Den Löwenzahn und die Wildkräuter waschen wir kurz ab und geben sie mit den Orangen und den Mungobohnen-Sprossen in eine Schüssel. Dann mischen wir einen EL Essig mit 5 EL Öl und einem EL Honig. Dazu kommt eine Prise Salz, Kurkuma und etwas Pfeffer. Wer mag kann auch noch gehackte Nüsse, Brunnenkresse, Sprossen oder Samen…..hinzufügen.

Veganer Löwenzahnhonig

Für den veganen Honigersatz brauchen wir:

  • 200g Löwenzahnblüten
  • 1L Wasser
  • 750g Birken-Gelierzucker
  • 1 Zitrone
  • Schraubgläser

Die gesammelten Löwenzahnblüten solltet ihr ordentlich abklopfen, um mögliche Insekten herauszubekommen. Die grünen Teile zupfen wir ab, da diese bitter schmecken können. Die Blüten kochen wir mit einem Liter Wasser für zwei Minuten bei kleiner Hitze. Dann lassen wir den Sud über Nacht durchziehen.

Am nächsten Tag geben wir den Birken-Gelierzucker und den Saft einer Zitrone hinzu. Wir verwenden am liebsten Bio-Zitronen, die Schale könnt ihr direkt weiterverwenden, um einen Essigreiniger herzustellen. Das Ganze kochen wir unter Rühren kurz auf und lassen es drei Minuten sprudeln. Dann füllen wir es rasch in die vorher ausgekochten Schraubgläser ein.

Wenn ihr die Schraubgläser bis kurz unter den Rand füllt, verschließt und die heißen Gläser dann vorsichtig auf den Kopf stellt, entsteht ein Vakuum. Dadurch könnt ihr den Löwenzahnhonig an einem kühlen Ort bis zu einem Jahr lagern.

Löwenzahnblüten-Smoothie

Dieser Smoothie geht ganz schnell. Wenn ihr für zwischendurch schnell ein paar Nährstoffe aufnehmen wollt, ist dieses Rezept ideal. Ihr braucht dazu nur eine handvoll Löwenzahnblüten, 2-3 Datteln und ca. 10 Mandeln. Das Ganze kommt in den Smoothie Mixer und fertig ist ein gesundes Getränk. Wenn der Smoothie zu dick ist, könnt ihr einfach etwas Wasser hinzufügen. Wenn ihr es gerne etwas süßer mögt, nehmt ihr einfach mehr Datteln oder etwas Honig oder Banane zum süßen.

Löwenzahn und Mandeln im Mixer für einen veganen gesunden Smoothie
Löwenzahn-Mandelsmoothie. Gesunde Ernährung kann so einfach und lecker sein.

Löwenzahntee-Rezept

Für unseren Tee brauchen wir frische Löwenzahnwurzeln, die wir erst kurz vor der Verwendung ausgraben (im Winter eigens getrocknete Wurzeln oder diese bio Löwenzahnwurzeln). Je nachdem, wie bitter ihr den Tee mögt, nehmt ihr eine größere Menge der Wurzeln. Wir mögen den Löwenzahntee gerne sehr bitter und nehmen deshalb etwas mehr.

Die Wurzeln setzen wir in einer Kanne mit kaltem Wasser an und lassen sie über Nacht durchziehen. So können die vielen Nährstoffe auf das Wasser übergehen. Morgens kochen wir das Wasser auf und lassen es noch einige Minuten ziehen. Dann entnehmen wir die Wurzeln. Bei Bedarf könnt ihr den Sud auch noch mit einem Teesieb absieben. Wenn der Tee zu bitter ist, könnt ihr ihn auch noch mit einem Löffel Honig abschmecken.

Löwenzahnblätter-Smoothie

Für unseren gesunden Smoothie braucht ihr:

  • 1 Bund frische Löwenzahnblätter
  • 50g Blattspinat
  • 1 Teelöffel Honig oder 2-3 Datteln
  • 50g Feldsalat
  • 1 Banane
  • 1 Apfel
  • 100ml Wasser ohne Kohlensäure
  • 1 TL Leinöl

Wir schneiden die Banane und den Apfel in Stücke und geben nach und nach alle Zutaten in den Smoothie Mixer. Durch den Löwenzahn kann der Smoothie leicht bitter sein, was uns sehr gut schmeckt. Wenn euch das stört, könnt ihr einfach etwas mehr Honig oder Banane hinzugeben. Damit bekommt ihr mehr Süße hinein. Auch Datteln könnt ihr sehr gut zum süßen verwenden.

Nun wünschen wir viel Spaß beim Ausprobieren der Rezepte und wiederentdecken unsres allgewärtigen Löwenzahns als gesunde Heilpflanze mit vielen Nährstoffen und schmackhaftes Lebensmittel!

Wenn ihr mehr über das Sammeln und Verarbeiten von essbaren Wildkräutern erfahren wollt, könnt ihr hier noch weiterlesen. Andere leckere und gesunde Wildkräuter stellen wir euch auch unter unserer Rubrik „Wildpflanzen“ vor.

Unsere Ratschläge und Tipps dienen nur der Information. Holt euch bei Erkrankungen bitte immer fachkundigen Rat vom Arzt oder Heilpraktiker. Bitte sammelt nur Wildpflanzen, die ihr eindeutig bestimmen könnt.

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