Mindesthaltbarkeitsdatum und co. – was es zu beachten gibt, um Lebensmittelverschwendung zu reduzieren

Vor dem Maifeiertag waren wir kurz vor Ladenschluss im Biomarkt einkaufen. Da ist uns etwas passiert, was lange nicht vorgekommen ist. Die Obst- und Gemüseabteilung war fast leergefegt. Auch Brot haben wir keins mehr bekommen. Offensichtlich geht es hier nicht darum, dass alles jederzeit verfügbar ist. Der Preis dafür ist ja, dass am Ende ziemlich viel in der Tonne landet. Aber auch zu Hause ärgern wir uns immer über uns selbst, wenn unsere Lebensmittel verderben. Wir sind damit aber nicht alleine. In Deutschland landen ca. 6 Mio. Tonnen Lebensmittel pro Jahr im Müll. Oft ist das Mindesthaltbarkeitsdatum abgelaufen. Aber sind die Lebensmittel dann wirklich nicht mehr genießbar? Können wir der Umwelt und unserem Geldbeutel nicht einen Gefallen tun, wenn wir aufhören, achtlos Lebensmittel zu entsorgen? Wir geben Tipps, wie ihr Geld sparen und gleichzeitig Verschwendung vermeiden könnt.

Was ist der Unterschied zwischen Mindesthaltbarkeitsdatum und Verbrauchsdatum?

Bei abgepackten Lebensmitteln gibt es einen wichtigen Unterschied: Das Mindesthaltbarkeitsdatum und das Verbrauchsdatum.

Mit dem Mindesthaltbarkeitsdatum garantiert der Hersteller, dass das Produkt bis zu diesem Tag einwandfrei ist. Das heißt, dass Nährwert, Geschmack und Geruch erhalten bleiben. Das setzt natürlich voraus, dass die Verpackung ungeöffnet ist. Außerdem muss das Produkt richtig gelagert werden. Lebensmittel dürfen aber auch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums noch verkauft werden. Bei uns im Biosupermarkt gibt es eine kleine Kiste mit Lebensmitteln, die kurz vor Ende vom Mindesthaltbarkeitsdatum sind. Die sind meistens deutlich reduziert. Da gibt es dann z.B. einen Biojoghurt für 20 – 50 Cent.

Ein großer Unterschied dazu ist das Verbrauchsdatum. Diese findet ihr auf Lebensmitteln, die schnell verderben. Wenn das Verbrauchsdatum überschritten ist, können die Lebensmittel eine Gesundheitsgefahr darstellen. Das gilt z.B. für rohes Fleisch oder Fisch. Hier sagt das Verbrauchsdatum, dass das Produkt nach dem angegebenen Tag nicht mehr verzehrt werden darf. Diese Produkte können schwere Lebensmittelvergiftungen hervorrufen.

Kann ich Lebensmittel nach Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum noch verzehren?

Die Lebensmittelverschwendung im eigenen Haus könnt ihr deutlich reduzieren. Ihr müsst dabei nur auf eure Sinne vertrauen. Sieht das Lebensmittel noch gut aus, riecht und schmeckt es gut? Dann ist es in der Regel auch noch genießbar. Oft sogar noch für Wochen oder sogar Monate.

Produkte, wie Joghurt, Quark und Käse sind ungeöffnet und gekühlt meist noch mehr als eine Woche nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums genießbar.

Butter könnt ihr bei kühler Lagerung oft noch 3 Wochen nach Ablauf verwenden. Hier solltet ihr auch auf eure Sinne vertrauen. Wenn die Butter ranzig riecht, solltet ihr sie nicht mehr verwenden.

Sparen ethisch und umweltfreundlich:

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Eier sollten nach Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum nur gut durchgegart verzehrt werden. Auch Eier sind oft noch einige Tage nach Ablauf des MHD verwendbar.

Fleisch sollte nach Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr verwendet werden. Hier bilden sich zu schnell Bakterien.

Zucker, Salz, Essig und Honig sind sehr lange Zeit haltbar. Für Zucker und Salz ist es nicht vorgeschrieben, ein Mindesthaltbarkeitsdatum aufzudrucken.

Wie kann ich verschiedene Lebensmittel lagern, damit sie möglichst lange halten?

Meistens findet sich auf der Verpackung ein Hinweis, wie das Lebensmittel am besten gelagert werden sollte. Wenn die Verpackung beschädigt ist, gilt das Mindesthaltbarkeitsdatum nicht mehr. Durch die Beschädigung kommt Sauerstoff in die Verpackung. Dadurch können sich Bakterien vermehren und das Lebensmittel schneller verderben lassen.

Abgepacktes Brot ist oft einige Wochen haltbar. Frisches Brot vom Bäcker hält meist nur einige Tage. Am besten lagert ihr es in einem Tonbehälter. Dieser sollte regelmäßig mit Essig gereinigt werden.

Einheimisches Obst und Gemüse könnt ihr am besten im Kühlschrank im Gemüsefach lagern. Südfrüchte fühlen sich bei Zimmertemperatur wohler. Äpfel und Bananen beschleunigen den Reifeprozess von anderem Obst und Gemüse. Wir nutzen das, wenn wir z.B. eine Avocado reifen lassen wollen. Wenn sie auf der Banane liegt, wird sie schneller reif.

Mindesthaltbarkeitsdatum
Die Zitrone wird am besten bei Zimmertemperatur gelagert

Wenn ihr Obst- und Gemüse in Plastikverpackungen kauft, solltet ihr es immer entnehmen, bevor ihr es im Kühlschrank lagert. In der Plastikverpackung bildet sich oft Schwitzwasser. Dadurch kann schnell Schimmel entstehen. Noch besser ist es natürlich, gar kein Plastik zu verwenden.

Bei Obst- und Gemüse gilt, dass bei Schimmel die ganze Frucht entsorgt werden sollte.

Äpfel
Äpfel sind gesund, gibt es regional und sie lassen sich lange lagern – ein nachhaltiges Obst

Äpfel und Kartoffeln könnt ihr kühl und dunkel lagern. Am besten im Keller. Meist halten sie so über mehrere Monate. Auch hier gilt, was nicht mehr gut riecht oder schmeckt, sollte entsorgt werden.

Welche Lebensmittel sollte ich sofort entsorgen?

  • Konservendosen mit Rost oder, wenn sich der Deckel wölbt
  • Lebensmittel, die unangenehm riechen oder schmecken (gilt besonders für Fleisch und Fisch)
  • Lebensmittel mit Schimmelbefall
  • Bei Eiern: Ei in ein Glas mit Wasser legen. Schwimmt das Ei oben, ist es nicht mehr genießbar

Wie kann ich Lebensmittel länger haltbar machen?

Lebensmittel haltbar machen
Kräuter lassen sich durch Trocknung lange haltbar machen

Um Schimmelbefall im Kühlschrank zu vermeiden, solltet ihr diesen regelmäßig reinigen. Wir wischen unseren Kühlschrank ca. einmal im Monat mit Essigreiniger aus. Essig wirkt antibakteriell. Er ist ein effektives Reinigungsmittel und das ganz ohne Chemie. Hier findet ihr mehr über Essigreiniger.

Wildpflanzen und Gartenkräuter lassen sich durch Trocknen haltbar machen. Wenn ihr diese an der Luft trocknet, könnt ihr sie bis zu einem Jahr haltbar machen. Wichtig ist, dass die Kräuter wirklich komplett trocken sind. Sonst kann es zu Schimmelbildung kommen. In einem Schraubglas an einem dunklen Ort könnt ihr die Kräuter dann lagern.

Gemüse könnt ihr durch Fermentation länger haltbar machen. In unserem Sauerkraut Artikel erklären wir, wie das geht.

Getrocknete Lebensmittel, wie Nudeln und Reis sind auch lange nach Ablauf vom Mindesthaltbarkeitsdatum  noch genießbar. Lediglich Eiernudeln solltet ihr nach Ablauf des MHD entsorgen. Reis und Nudeln solltet ihr immer trocken lagern.

Kräuter, Brot, Obst und Gemüse eignen sich gut zum Einfrieren. Diese sind nach dem Auftauen noch frisch. Sie behalten durch das Einfrieren viele ihre Nährstoffe.

Mit richtiger Lagerung und Vertrauen in die eigenen Sinne könnt ihr viel Geld sparen und der Lebensmittelverschwendung den Kampf ansagen. Wer Lebensmittel vor der Tonne retten möchte, kann das mit der „too good to go“ App tun.

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