Vegane Lebensweise – ein Überblick

Die vegane Lebensweise ist immer noch mit vielen Vorurteilen behaftet. Besonders bezüglich Nährstoffmangel gibt es oft große Unsicherheiten. Dabei kann die vegane Lebensweise gut sein für die eigene Gesundheit. Man sollte sich aber mit der Nährstoffversorgung auseinandersetzen. Das sollte man aber genaugenommen bei jeder Ernährungsform.

Für die Umwelt und nicht zuletzt für die Tiere gibt es eigentlich keine Alternative zur Abkehr von der industriellen Massentierhaltung. In diesem Artikel wollen wir einen Überblick geben über die Vorteile einer pflanzenbasierten Ernährung. Auch für Nährstoffe, die ihr besonders im Auge haben solltet, geben wir eine kurze Empfehlung. In nächster Zeit wollen wir dann noch näher auf einzelne Nährstoffe und gesunde Lebensmittel eingehen.

Kann die vegane Lebensweise eine ausreichende Nährstoffversorgung bieten?

Immer wieder wird behauptet, dass die vegane Lebensweise zu Nährstoffmangel führt. Fleisch wird immer noch als wichtige Nährstoffquelle dargestellt. Das gilt besonders für Calcium, Eisen und Proteine. Auch Omega-3 und Jod kommen hauptsächlich in tierischen Produkten vor. Hier gelten Fisch und Meeresfrüchte als Hauptquellen. Wie bei jeder Ernährungsform ist aber auch hier die Abwechslung der Schlüssel zu einer guten Nährstoffversorgung.

Vitamin D und Vitamin B12

Bei Vitamin D und Vitamin B12 wird empfohlen, auf Nahrungsergänzung zurückgreifen. Beide könnt ihr im Rahmen einer Blutuntersuchung testen lassen. So könnt ihr sicher gehen, dass die Versorgung ausreichend ist. Das solltet ihr 1-2 Mal im Jahr machen lassen. Mangelzustände kann euer Arzt so schnell erkennen und beheben.

Im Sommer kann der Körper selbst Vitamin D herstellen. Im Winter geht das aber nicht. Die Sonne steht von Oktober bis April nicht hoch genug. In dieser Zeit nehmen wir Vitamin D Tropfen. Das muss aber jeder für sich selbst entscheiden. Im Zweifel empfehlen wir eine Rücksprache mit dem Arzt.

Vitamin B12 findet sich zwar in fermentierten Lebensmitteln, wie z.B. Sauerkraut. Es ist aber fraglich, ob man allein dadurch den Bedarf decken kann. Unsere Ärztin hat uns deshalb für eine gute Versorgung zu Nahrungsergänzung geraten.

Auch Tiere aus industrieller Haltung bekommen übrigens Vitamin B12 als Nahrungsergänzung. Also ist der Umweg über das Fleisch eigentlich unnötig. Es stellt sich ohnehin die Frage, ob das Fleisch von Tieren, die mit Antibiotika gemästet werden, nie das Sonnenlicht sehen und unnatürliches Kraftfutter bekommen noch viel gesundheitlichen Nutzen liefern kann. Bei Produkten von artgerecht gehaltenen Tieren sieht das Ganze sicherlich etwas anders aus. Leider ist das ein verschwindend geringer Prozentsatz.

Nährstoffe
Bei manchen Nährstoffen kann Nahrungsergänzung im Rahmen einer veganen Ernährung Sinn machen

Jod und Omega 3

Auch bei Jod solltet ihr auf eine ausreichende Zufuhr achten. Hier sind für uns Algen eine gute Nahrungsergänzung. Gerade bei Kinderwunsch ist Jod unverzichtbar. Bei Schilddrüsenerkrankungen sollte die richtige Dosierung auf jeden Fall mit dem Arzt besprochen werden.

Auch bei Fisch zur Omega-3 Versorgung stellt sich die Frage, ob der Nutzen das Risiko überwiegt. Fisch ist heute oft mit Schadstoffen belastet. Mikroplastik, Quecksilber und andere Stoffe werden mittlerweile in einem Großteil der untersuchten Fische gefunden. Unsere Ärztin hat uns geraten nicht allein auf Leinöl und andere Pflanzenöle zu setzen. Wir nehmen auf ihre Empfehlung seit einiger Zeit Algenöl von Norsan. Dieses ist gereinigt und auf Schadstoffe geprüft.

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Brauchen wir tierisches Protein?

Zu viel tierisches Protein führt zu einer Übersäuerung des Körpers. Das begünstigt die Entstehung zahlreicher Krankheiten. Dazu gehören Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Osteoporose und Krebs. Die Industrie bewirbt Milchprodukte immer noch als unverzichtbar für die Calcium Versorgung. Milchprodukte werden mittlerweile aber auch mit vielen Krankheiten in Verbindung gebracht. Hierbei steht pasteurisierte Kuhmilch von industriell gehaltenen Kühen am meisten in der Kritik. Sie enthält eine Vielzahl von Hormonen. Diese erhöhen das Risiko für verschiedene Krankheiten.

Die Zahl an Sportlern und auch Bodybuildern, die eine vegane Lebensweise führen, hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Das zeigt für uns, dass man auch durch pflanzliche Lebensmittel ausreichend Protein aufnehmen kann. Wir selbst gehen bouldern. Außerdem machen wir zusätzlich Kraftübungen. Wir haben nicht das Gefühl, dass uns tierisches Protein dabei fehlt.


Mit der richtigen Kombination an Lebensmitteln, gibt die vegane Lebensweise fast alles, was der Körper braucht. Proteine kommen aus Sprossen, Hülsenfrüchten und Nüssen. Der Eisenbedarf könnt ihr u.a. durch Nüsse, Samen, Haferflocken und grünes Blattgemüse decken. Calcium ist in Nüssen, Samen und verschiedenen Gemüsearten enthalten. Und für Vitamin B12 und Vitamin D gibt es gute Nahrungsergänzungsmittel.

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Ist vegan gut für die Umwelt?

Der Verzicht auf tierische Produkte tut so einiges für eure Ökobilanz. Von der Politik wird uns Fahrradfahren und der Verzicht auf Flugreisen als Rettung für das Klima angepriesen. Das hat sicherlich seine Berechtigung. Aber die Zerstörung des Regenwaldes, der maßgeblich unser Klima beeinflusst, kann dabei nicht außen vor gelassen werden. Auch der unglaubliche Energie- und Wasserverbrauch für die Herstellung von Fleisch müssen beim Thema Umweltschutz mit bedacht werden.

Industrielle Tierhaltung ist der Hauptgrund für die Abholzung des Regenwaldes. Studien sagen, dass die Regenwälder heute ca. 1/3 weniger Co2 speichern als noch von 30 Jahren. Laut WWF droht der Regenwald zu versteppen, wenn weiter so abgeholzt wird, wie es gerade der Fall ist. Das hätte katastrophale Folgen für das Weltklima. Wir haben dazu in der „Schrot und Korn“ ein passendes Zitat gefunden:

„Sollen sie doch unseren Wald vernichten. Sie werden schon sehen, was sie davon haben“, meinte der Älteste leise. “Und wenn sie sich dann selbst ausgerottet haben, dann wird hier wieder alles wachsen, nach ein paar hundert oder tausend Sonnenkreisen. Wir aber werden überleben. Tief in den Winkeln, unter der Erde, an unsichtbaren Orten, in Samen und Zellen. Und wir werden zurückkehren. Ihren Wahnsinn können wir nicht heilen. Nur sie selbst“

Schrot und Korn

Aussagen von Tierschutzorganisationen

Laut peta wurden seit 1970 im Amazonasgebiet 20% der Waldflächen abgeholzt. Und das hauptsächlich, um dort Soja anzubauen. Dieses wird zum größten Teil an Tiere verfüttert, die auf Tellern der westlichen Länder landen. Durch den Verlust des Regenwaldes, aber auch durch Überfischung nimmt die Artenvielfalt dramatisch ab. Die Natur ist aber auf die Artenvielfalt angewiesen. Nur so kann sie sich selbst regulieren.

Nach Aussage der Albert Schweizer Stiftung werden 37% der Erdoberfläche als Weiden für den Anbau von Viehfutter genutzt. Die Herstellung von Tierprodukten kostet deutlich mehr Energie, als die von pflanzlichen Produkten. Die Industrie versucht uns immer wieder zu erzählen, dass wir Genfood brauchen, um die Welt zu ernähren. Vielleicht sollten wir mal die vegane Lebensweise versuchen…

Umweltschutz
Die Arktis reagiert besonders sensibel auf die Klimaveränderungen

Durch vegane Lebensweise die Umwelt vor der eigenen Haustür schützen

Es geht aber nicht nur um Umweltschäden in fernen Ländern. Auch, wenn diese natürlich trotz der Entfernung einen großen Einfluss auch auf das Klima in unseren Breiten haben. Auch vor der eigenen Haustür hinterlässt die industrielle Massentierhaltung große Schäden. So ist die Nitratbelastung im Trinkwasser stark angestiegen. Die Massen an Gülle sind zu viel für die Felder. Dadurch reichert sich das Nitrat im Grundwasser an. Nitrat kann in krebserregende Substanzen umgewandelt werden.

Die Politik verfällt immer wieder in großen Aktionismus, was das Klima angeht. Umweltzonen und Flugscham allein werden aber nicht ausreichen, um einen Unterschied zu machen. Um den Regenwald und damit unser Klima zu schützen, kann jeder etwas ganz einfaches tun. Und das sofort und ohne großen Aufwand. Wir müssen einfach nur aufhören, so viel Fleisch zu konsumieren.

Tierleid vermeiden durch vegane Lebensweise

Das Fleisch, das in Deutschland auf dem Teller landet kommt zum allergrößten Teil aus Massentierhaltung. Der Anteil an Tieren, die auf der Weide leben und artgerechtes Futter bekommen ist verschwindend gering. Bei Schweinen vegetieren 99% in Massentierhaltung. Bei Rindern sind es 95%, bei Hühnern 97%. Wenn es nicht gerade Demeter Fleisch vom Hofladen um die Ecke ist, kann man also sicher davon ausgehen, dass das Tier ein qualvolles Leben geführt hat.

Neben der Enge und der alles andere als artgerechten Haltung produziert die industrielle Tierhaltung aber noch mehr Leid. So werden immer noch Schweine ohne Betäubung kastriert. Auch Zähne, Schnäbel und Schwänze werden ohne Betäubung gestutzt.

Die Körper der Tiere werden bei der Zucht den Bedürfnissen der Verbraucher angepasst. So sind bei Hühnern die Brust- und Schenkelmuskeln unnatürlich vergrößert. Schnelles Wachstum und hohes Körpergewicht führen zu Knochendeformationen und Beinerkrankungen. Die Hühner können sich einfach nicht auf den Beinen halten. In den engen Ställen liegen sie in den Exkrementen ihrer Artgenossen.

Auch Schweine werden auf schnelles Wachstum gezüchtet und mit Kraftfutter gemästet. Dadurch erreichen sie schon nach ca. 6 Monaten ihr Schlachtgewicht von ca. 125 kg. Dazu kommen die beengten Verhältnisse und die alles andere als artgerechte Haltung. Das führt dazu, dass viele Schweine schon vor dem Weg zum Schlachthof sterben.

Eier legen muss das Huhn ja sowieso?

Bei Legehennen sieht es meistens nicht besser aus. Das Urhuhn hat ca. 20 Eier im Jahr gelegt. Hochleistungshühner schaffen bis zu 294 Eier im Jahr. Auch hier wird nach den Bedürfnissen der Verbraucher gezüchtet. Diese möchten gerne große Eier kaufen. So kommt es immer wieder vor, dass die Eier im Eileiter stecken bleiben. In einem Massenbetrieb fällt so etwas nicht weiter auf. Das Huhn stirbt dann schließlich daran.

Wir haben uns aus diesen Gründen für eine vegane Lebensweise entschieden. Auch die Rückkehr zum Sonntagsbraten würde sicherlich schon einen gewaltigen Unterschied machen. Verbände, wie Demeter haben sehr strenge Vorgaben, was die Haltung der Nutztiere angeht. Das wirkt sich natürlich auf den Preis aus. Vielleicht könnt ihr euch (noch) nicht damit abfinden, auf tierische Produkte zu verzichten. Dann solltet ihr euch aber bewusst sein, dass den Preis für billige Produkte die Tiere zahlen.

Antibiotikaresistenzen durch Massentierhaltung

Ein weiterer Grund für eine pflanzenbasierte Ernährung war für uns der extreme Einsatz von Antibiotika in der Massentierhaltung. Die Tiere sind auf engstem Raum eingepfercht. Da stehen sie natürlich dicht neben kranken, verletzten oder auch toten Artgenossen. Krankheiten können sich so rasant im Stall verbreiten. Deshalb werden vorbeugend Unmengen an Antibiotika gegeben. Dadurch erhöht sich das Risiko von resistenten Keimen deutlich. Über rohes Fleisch können diese Keime auf den Menschen übertragen werden. Dazu hat der BUND Untersuchungen bei Discounter Fleisch gemacht. 88% des untersuchten Putenfleischs war mit Keimen verunreinigt. Selbst Reserveantibiotika werden in der industriellen Tierhaltung verwendet. Hier muss ein Umdenken stattfinden. Sonst kann es sein, dass immer mehr Antibiotika für den Menschen wirkungslos werden.

Wir finden es wichtig, sich mit dem Thema auseinander zu setzen. Ganz unabhängig davon, welche Ernährungsform für euch die richtige ist. Das muss am Ende jeder für sich selbst entscheiden. Es gibt ja nicht nur die Wahl zwischen „weiter, wie bisher“ und „radikal anders“. Selbst ein bewusster und reduzierter Konsum machen schon einen Unterschied für Mensch und Umwelt. Und manchmal merkt man dann auch, dass man Tierprodukte eigentlich gar nicht so sehr braucht, wie man immer dachte. Wer sich ausführlich zum Thema vegane Lebensweise informieren möchte, findet in der „vegan Bibel“ viele Wertvolle Tipps. Auch hier bekommt ihr mit dem Rabattcode SCHLUFFISONTOUR 10% Rabatt im Team vegan Shop.

Wir möchten darauf hinweisen, dass unsere Erfahrungen nur der Information dienen. Im Zweifel ist es sicherlich ratsam, mit einem Arzt oder Heilpraktiker eures Vertrauens zu sprechen.

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